You give me some hope

You give me some hope

Beitragvon Irishlord » Do 20. Okt 2016, 17:47

Hallo werte Leidensgenossen,

Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön dafür, dass es dieses Forum gibt und Leute hier von ihren Erfahrungen berichten und viele wertvolle Tipps zur Lektüre oder Hilfe geben!

Nun zu mir:
Ich bin Student im fortgeschrittenen Semester eines interkulturellen und interdisziplinären Studienganges.
Das Studium begann mit einem relativ vorgegebenen Stundenplan und die ersten Semester sammelte ich eifrig ECTS in Vorlesungen und Sprachkursen. Nebenbei engagierte ich mich in verschiedenen Hochschulgruppen und übernahm dort auch Verantwortung. Woran es dann wirklich gelegen hat, vermag ich nicht genau zu bestimmen, aber dann kam ich langsam an einen Punkt wo mein Studium hängen blieb: Ich besuchte zwar noch die ein oder andere Veranstaltung die mich intrinsisch interessierte, diese waren jedoch nicht erforderlich für meinen Studiengang. Ein Problem war auch die Anmeldung für Seminare, was in den Semesterferien erfolgte und ich regelmäßig verpasste und schließlich dann auch nicht die Nerven aufbrachte, zu den Professoren/Dozenten zu gehen und um Aufnahme zu bitten. Zwar schaffte ich es dann doch zu einigen Seminaren hin und lieferte glänzende Referate ab (last-minute erstellt natürlich), die schriftliche Ausarbeitung wollte dann jedoch nicht so recht folgen. Wo stehe ich nun? Ich weiß nicht einmal, ob ich noch immatrikuliert bin, die maximale Studiendauer (Regelstudiendauer+Urlaubssemester+x) ist überschritten [ich sollte also draußen sein] und es würden mir zu viele Dinge fehlen, um es "fix" abzuschließen.

Dazu kommen dann noch nicht-universitäre Dinge, die ich auch regelmäßig aufschiebe wie Rechnungen bezahlen, WG-Abrechnung machen, sich bei alten Freunden melden et al.

Was habe ich dann stattdessen gemacht in der ganzen Zeit? Viel mit v.a. einer Hochschulgruppe und den Freunden darin, inklusive Events in halb Europa, meine damalige Freundin besucht oder sie auch bei Unifächern unterstützt, einen Nebenjob angefangen und ausgezeichnet kochen und putzen gelernt und mich immer auf den neuesten Stand der Lokal- und Weltpolitik gebracht.

Was meine Versäumnisse jeglicher Art anbelangt, gelang es mir immer, mich irgendwie "durchzuwursteln", das ging soweit, dass ich dann vom Thema ablenkte, bewusst Dinge verschwieg, Halbwahrheiten erzählte oder in Einzelfällen log :(
Das größte Problem dabei war vermutlich, dass ich unglaublich gut darin war, mich selbst zu manipulieren und mir vorzumachen, dass alles in Ordnung und unter Kontrolle war und ich es so praktisch schaffte, selbst die rein gedankliche Auseinandersetzung mit alldem aufzuschieben und zu verdrängen. Dadurch habe ich mich dann auch niemandem anvertraut sondern immer nur vom Thema abgelenkt wenn es im entferntesten darum ging.

Vor zwei Wochen nun kam der Umbruch durch eine gute Freundin: In einer längeren E-Mail ging sie auf meine Studiensituation ein, die ich nie mit jemandem besprach sondern von anderen nur vermutet wurde, präsentierte mir ihre Einschätzung und Analyse und gab mir gleich ein paar Handlungsempfehlungen mit auf den Weg.
"Auf den Punkt getroffen", (und ohne, dass sie die Hälfte davon wirklich wissen konnte) dachte ich mir und verdrängte es erstmal für ein paar Tage.

Bis dann ein Bekannter aus einem ganz anderen Kontext mich ansprach und mir klar wurde, wie viel offener ich bereits darüber sprechen konnte - ohne dabei alles preiszugeben.
Kurz zuvor hatte ich angefangen, mich der Auseinandersetzung zu stellen und bin dann auch recht schnell auf dieses Forum gestoßen und auf die Bezeichnung der pathologischen/chronischen Prokrastination, die wie ich finde, mein Problem genau trifft.

Mir hilft es gerade sehr, mich in sämtliche Lektüre zu vertiefen, die ich zu diesem Thema finden kann und dieses Forum hat mir dabei schon einige Ansatzpunkte geliefert, wofür ich jetzt bereits dankbar bin. Vor allem aber hat es schon geholfen, die Erfahrungsberichte anderer zu lesen oder auch zu hören, wie andere über ihre Probleme reden und dadurch im Endeffekt zu sehen, dass man überhaupt nicht allein ist mit dieser Problemstellung. Und dadurch kann ich mich nun auch selber ein bisschen öffnen und fange an, mich meinen besten Freunden anzuvertrauen.

Es gibt also Hoffnungsschimmer und an diesen kann man festhalten!

Beste Grüße,
Me

PS: Dies soll eine ausführliche Vorstellung sein, um eine Grundlage für weitere Diskussionen zu bieten
Irishlord
 
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Registriert: So 16. Okt 2016, 21:19

Re: You give me some hope

Beitragvon Fruchtzwerg » Mi 26. Okt 2016, 09:06

Hallo Irishlord,

erstmal herzlich willkommen hier!
Auch ich bin recht neu hier, war glücklich, eine Erklärung für meine Probleme zu bekommen
und habe schon eine Menge Ansätze zur "Selbsttherapie" gefunden.

Seit wenigen Tagen bin ich arbeitslos, was mich jetzt in einen ähnlichen Zustand wie Dein Studentenleben versetzt.
Da das aber auch eine Chance für mich sein kann, kann ich jetzt ein neues Thema eröffnen,
bei dem ich versuchen werde, meine (hoffentlich eintreffenden) Fortschritte zu dokumentieren.

Da ich von Natur aus sehr neugierig bin, würde mich auch interessieren, wie alt Du bist und
wieso Du den Namen "Irishlord" gewählt hast.

Ich bin mir sicher, daß wir uns hier noch öfter begegnen :)

Liebe Grüße
Fruchtzwerg
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Registriert: Di 13. Sep 2016, 12:33

Re: You give me some hope

Beitragvon JavaBohne » Fr 25. Nov 2016, 02:44

Hallo Irishlord,

Wenn auch verspaetet, so heisse ich dich doch rehct herzlich hier im Forum willkommen.

Ich wuensche dir viel Spass und wenn du Fragen oder sogar Probleme hast, kannst du mich jederzeit erreichen.

Viele Gruesse,
JavaBohne
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